Kollektief Rampenplan

mobile Küche

Volksküche ‘Rampenplan’ ist ein Teil von Federation Kollektiv Rampenplan (Katastrophenschutzplan), einer Gruppe von Leuten, die durch die Verbindung ihrer Arbeit mit Aktionen ihre Unzufriedenheit mit den bestehenden gesellschaftlichen (Macht-)Verhältnissen zum Ausdruck bringen wollen.

Durch den Versuch eines selbstbestimmtes Leben wollen wir unserer Arbeit und unserem Widerstand eine Richtung geben für eine menschen-, tier- und umweltfreundliche Gesellschaft.
Wir haben keine Lust, einfach zuzugucken bei der Zerstörung der Erde. Ebensowenig wollen wir in einem ökonomischen System der Selbstzerstörung mitarbeiten. Die heutigen Methoden von Produzieren und Konsumieren führen zu Armut und Krankheit und zur Vernichtung der Natur. Unter dem Motto „Verbessere die Welt und vergiss dich selber dabei nicht“ wollen wir unser eigenes Konsumverhalten verändern und Verantwortung für unser Handeln übernehmen. Dabei wollen wir an kleinen umweltfreundlichen Alternativen arbeiten und die bestehenden Machtverhältnisse nicht übernehmen.

Indem wir ökologische Produkte wählen, wollen wir verantwortungsbewusste und biologische selbstverwaltete Pro-duzentInnen unterstützen. Auf diese Weise versuchen wir, einen Beitrag zur Entwicklung einer alternativen Infrastruktur zu liefern und Menschen dazu zu bringen, ihre eigene Lebensweise kritisch zu betrachten. Die Anpas-sung unseres westlichen Produktions- und Konsum-verhaltens kann grosse gesellschaftliche Veränderungen bewirken.
Ernährung ist ein Grundbedürfnis, eine kleine Veränderung kann grosse Folgen haben. Bei einer ehrlichen Verteilung gäbe es weltweit mehr als genug Nahrung für jeden.

Im Laufe der Zeit haben wir eine komplette Küchenaus-stattung aufgebaut: selbst geschweisste Töpfe und Brenner und alles, was sonst noch gebraucht wird in einer mobilen Küche. Unsere Becher, Teller und Besteck sind aus langlebigem Material. Lieber Abwasch als Abfall! So sind wir in der Lage, für ein paar Dutzend, aber auch für ein paar tausend Menschen lecker und biologisch zu kochen.

Ob wir irgendwo kochen, ist abhängig von dem Gleich-gewicht zwischen der Anzahl Menschen, für die wir kochen, und der Anzahl der Kilometer, die wir fahren müssen. Wir kochen nur für Aktivitäten, die wir inhaltlich unterstützen. Wir wollen dort, wo wir kochen, einbezogen werden, und erwarten das auch umgekehrt. Konkret heisst das unter anderem: Helfen beim Gemüse Schnippeln und beim Abwasch. Ob das Kochen gelingt, ist deswegen auch abhängig von der Beteiligung der TeilnehmerInnen.

Die Anfänge der Küche gehen zurück auf den Beginn der 80er Jahre: die Zeit der grossen Aktionen und Blockaden bei Atomkraftwerken. Aus diesen Aktionen ist eine mobile vegetarische Küche entstanden, die seitdem in ganz Europa bei verschiedenen Anlässen wie Demonstrationen, Fahrrad- und Wandertouren, Kongressen und Camps Menschen mit biologischem und vegan/vegetarischem Essen versorgt.

Unserer Meinung nach ist es nicht möglich, Aktionen gegen Kernenergie und Militarismus, gegen die Zerstörung der Erde und gegen Ausbeutung und Unterdrückung zu führen ohne gleichzeitig auch unser eigenes Konsumverhalten anzugehen. Ungehemmter Fleischkonsum ist direkt gekoppelt an Hungersnöte, die Abholzung der Wälder und Umweltverschmutzung. Daher finden wir es wichtig, die Bio-Industrie, die Vernichtung der Regenwälder oder die Gewinnsucht der Multinationals nicht einzeln zu bekämpfen.

So wie Gandhi vor langer Zeit gesagt hat: „Ein Mensch kann nicht richtig handeln in einem Bereich seines Lebens, während er in einem andern Bereich falsch handelt. Das Leben ist ein unzertrennliches Ganzes.“

Von den Einnahmen, die wir bekommen, bezahlen wir unsere Einkäufe, die Miete für‘s Büro, unsere Busse, neue Anschaffungen, usw. Wenn am Ende Geld übrig bleibt, lassen wir es in die ‘Bewegung‘ zurückfliessen: in Projekte, die sich auch um eine lebenswertere Gesellschaft bemühen.
Wir arbeiten nicht für Geld. Wir sind, wie es so schön heisst, bewusst arbeitslos (aber nicht ohne Arbeit). Wir arbeiten freiwillig, wir bestimmen selbst, wie wir unser Leben ausfüllen. Dafür brauchen wir keine Chefs und keine bezahlte Arbeit.

Viel Spass beim Anarchisieren der Gesellschaft!


top